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Freizeitgestaltung und – begleitung: Da sein, wenn du einmal nicht da sein kannst

Angehörige tragen oft eine grosse Verantwortung: Sie organisieren Termine, kümmern sich um Unterlagen, besuchen regelmässig, hören zu, halten Kontakt zu Ärzt:innen und versuchen nebenbei, dem eigenen Alltag gerecht zu werden.

Viele kommen dabei an Grenzen, lange bevor sie sie sich eingestehen. Einerseits ist da die tiefe Liebe und Verbundenheit, andererseits die Erschöpfung, weil man nicht an allen Orten gleichzeitig sein kann. Genau hier verstehe ich meine Rolle: Ich komme dazu, damit du nicht alles alleine tragen musst.

Warum es nicht egoistisch ist, Hilfe anzunehmen

Viele Angehörige haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie entlastet werden. Sätze wie „Das müsste ich doch eigentlich alles alleine schaffen“ oder „Ich will meine Mutter nicht in fremde Hände geben“ höre ich oft. Dahinter steckt meistens die Angst, einen geliebten Menschen im Stich zu lassen.

Gleichzeitig ist es weder für die eigene Gesundheit noch für die Beziehung hilfreich, dauerhaft über die eigenen Kräfte hinaus zu gehen. Erschöpfte Angehörige reagieren gereizter, machen schneller Fehler, schlafen schlechter und verlieren irgendwann die Freude an der gemeinsamen Zeit.

Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben, sondern sie mit jemandem zu teilen, der dafür Raum geschaffen hat und professionell damit umgeht.

Freizeitgestaltung mal anders ...

Wie ich Angehörige ganz praktisch entlaste

Meine Entlastung für Angehörige kann ganz unterschiedlich aussehen: Je nachdem, was bei euch gerade am meisten drückt. Möglich sind zum Beispiel:

Übernahme einzelner Termine, also etwa die Begleitungen zu Arztbesuchen oder wichtigen Erledigungen, wenn du selbst nicht mitgehen kannst.

Regelmässige Alltagsbegleitungen; damit du weisst, dass dein Vater oder deine Mutter auch zwischen deinen Besuchen gut betreut ist.

Klärende Gespräche vor Ort. Hier nehme ich mir Zeit, mit der Person ruhig zu sprechen, Bedürfnisse herauszufinden und Spannungen zu entschärfen, wenn es Missverständnisse gibt.

Verlässliche Absprachen: Wir legen gemeinsam fest, wer was übernimmt, damit nicht alles in deinem Aufgabenrucksack landet.

Wie oft und in welchem Umfang ich entlaste, stimmen wir individuell ab. Wichtig ist, dass der Rahmen für alle Beteiligten überschaubar und gut tragbar bleibt.

Transparenz und Vertrauen

Wenn ich Angehörige entlaste, ist Transparenz besonders wichtig. Du sollst jederzeit wissen, was ich tue und wie die Begleitungen verlaufen.

Wir vereinbaren im Vorfeld, in welcher Form du informiert werden möchtest: kurze telefonische Rückmeldungen nach bestimmten Terminen, eine Nachricht pro Woche oder nur dann, wenn etwas Besonderes vorgefallen ist. Ich dränge mich nicht auf, aber ich lasse dich auch nicht im Unklaren.

Genauso klar spreche ich an, wenn ich das Gefühl habe, dass weitere Unterstützung, wie etwa durch medizinische oder pflegerische Dienste, sinnvoll wäre. Ich ersetze keine Spitex und keine Therapie, kann dir aber helfen, den Überblick zu behalten und Schritte rechtzeitig zu planen.

Was sich für dich als Angehörige:r verändert

Viele Angehörige berichten mir, dass sie ab dem Moment, in dem sie gezielt Unterstützung annehmen, wieder freier atmen können. Statt ständig „funktionieren“ zu müssen, bleibt mehr Raum für echte Begegnung: ein gemeinsames Essen, ein ruhiges Gespräch, ein Besuch ohne Zeitdruck.

Du darfst wieder Tochter, Sohn, Partnerin oder Freund sein und musst nicht in jeder Minute Organisator:in, Chauffeur:in und Problemlöser:in gleichzeitig sein.

Gleichzeitig weiss die betreute Person, dass jemand da ist, der ihr im Alltag zuverlässig zur Seite steht. Das schafft Sicherheit auf beiden Seiten.

Wenn du dir eine Pause wünschst, ohne schlechtes Gewissen

Wenn du spürst, dass dir alles zu viel wird, du aber nicht weisst, wo du anfangen sollst, dir Entlastung zu holen, können wir das in einem ersten Gespräch gemeinsam sortieren.

In einem unverbindlichen Telefonat schauen wir uns an, was dich derzeit am meisten belastet, wo ich dir ganz konkret etwas abnehmen kann und wie wir einen Rahmen schaffen, der sich für dich und deine Angehörigen gut anfühlt.